Übermäßige UV-Strahlung auf der Haut kann aktinische Keratose auslösen

Aktinische Keratose – So erkennt man die sonnenlichtbedingte Hautschädigung

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Zusammenfassung

Bei einer aktinischen Keratose handelt es sich um eine Vorstufe von hellem Hautkrebs (Plattenepithelkarzinom, bzw. Basalzellkarzinom). Zu den typischen Anzeichen gehören rötliche, raue Hautflecken an sonnenexponierten Hautstellen. Zu Beginn sind sie eher tastbar als sichtbar. Es gibt verschiedene Methoden, um solche Keratosen zu entfernen und ihrer Entstehung vorzubeugen. Erfahren Sie, wie man eine aktinische Keratose erkennt und was dann zu tun ist.

Definition

Was ist aktinische Keratose?

Als aktinische Keratose bezeichnet man das Auftreten rauer, rötlicher und trockener Hautareale, die meist in kleinen Gruppen auftreten. Es handelt sich um eine Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms, einer Art des hellen Hautkrebses, die fälschlicherweise umgangssprachlich auch als weißer Hautkrebs bezeichnet wird. Ursache für diese Läsionen ist die Wirkung von übermäßiger UV-Strahlung auf die Haut, die für genetische Veränderungen der Hautzellen in der Epidermis (oberste Hautschicht) sorgt. Aus diesem Grund wird die Hautveränderung auch als „Lichtkeratose“ bezeichnet. Die aktinische Keratose entwickelt sich meist unbemerkt über Jahre.

Aktinische Keratose als Vorstufe von hellem Hautkrebs

Wird die aktinische Keratose nicht behandelt, entwickelt sich daraus bei einem von zehn Patienten ein Plattenepithelkarzinom (Stachelzellkrebs). Dabei handelt es sich um eine bösartige Hautwucherung der Keratinozyten, den hornbildenden Hautzellen. 

Damit es dazu erst gar nicht kommt, sollten Sie Ihre Haut gut vor UV-Strahlung schützen, regelmäßig beobachten und bei Veränderungen und möglichen Anzeichen für eine Erkrankung den Hautarzt aufsuchen.

Symptome

Woran erkennt man eine aktinische Keratose?

Aktinische Keratose im Gesicht eines Mannes
© Prof. Skudlik, Universität Osnabrück

Meist entsteht die aktinische Keratose an sonnenexponierten Hautstellen. Dabei handelt es sich um Körperregionen, die häufig dem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Zu diesen sogenannten Sonnenterassen gehören:

Gesicht
Hals
Nacken
Ohrmuschel
Stirn
Unbehaarte Kopfhaut
Unterarme und Handrücken

Aktinische Keratose kann man an gelblich-brauner Hornablagerung erkennen
© Prof. Skudlik, Universität Osnabrück

Die Hautveränderung bei einer aktinischen Keratose zeigt sich meist durch trockene und schuppige, grob strukturierte Flecken. Meist sind sie bräunlich oder rötlich gefärbt – zu Beginn sind sie oft nicht direkt zu sehen, sondern eher als „reibeisenraue“ Stellen zu erfühlen. Die Hautflecke können eine Größe von etwa 30 bis 60 mm erreichen.

Schmerzhaft sind die veränderten Haustellen im Normalfall nicht – einige Betroffene berichten aber von gelegentlichem Juckreiz und leichten Blutungen. Die umgebende Haut weist häufig ebenfalls Veränderungen auf: Sichtbare Blutgefäße, farbliche Veränderungen und Flecken in der Umgebung der Hautveränderung können auf eine aktinische Keratose hinweisen.

Die Anzeichen einer aktinischen Keratose im Überblick:

  • Raue Oberfläche
  • Trockene, schuppige Flecken
  • Verschiedene farbliche Ausprägungen von rötlich bis bräunlich (Eine Farbveränderung kann ein möglicher Hinweis auf ein Plattenepithelkarzinom sein)
  • Schmerzlos
  • Gelegentlich Juckreiz und Blutungen (kann ein möglicher Hinweis auf ein Plattenepithelkarzinom sein)
  • Manchmal Veränderung der umliegenden Haut (kann ebenfalls ein möglicher Hinweis auf ein Plattenepithelkarzinom sein)

Wichtig: Wenn sich die Farbe der Hautflecken ändert, kann das bereits ein Warnsignal für die Ausbildung eines Tumors sein. Auch Verhärtungen und Blutungen können auf ein Plattenepithelkarzinom hinweisen.

Diagnose

Wie wird die Hauterkrankung diagnostiziert?

Stellen Sie eines oder mehrere dieser Anzeichen für eine aktinische Keratose bei sich fest, sollten Sie Ihren Hautarzt aufsuchen. In den meisten Fällen genügt dem Arzt die Begutachtung der betroffenen Hautstelle für die Diagnose. Um sicherzugehen, wird in manchen Fällen eine Gewebeprobe entnommen, um eine histologische Untersuchung im Labor vorzunehmen.

Ursachen

Was sind die Ursachen für die Entstehung einer aktinischen Keratose?

Ursache für die Entstehung einer solchen Vorstufe von hellem Hautkrebs ist die jahrzehntelange Wirkung von UV-Strahlung (auch durch das Solarium) auf die DNA der Hautzellen. Häufige und lange Sonnenlichtexposition ohne bzw. mit unzureichendem Schutz lässt atypische Zellen entstehen, die sich übermäßig stark vermehren – eine aktinische Keratose entsteht.

Als Risikofaktoren für die Entstehung einer aktinischen Keratose gelten:

  • Höheres Alter (ab 60 Jahren steigt das Risiko)
  • Häufig UV-Strahlung ausgesetzt (durch Arbeit im Freien oder Freizeitaktivtäten)
  • Häufige Sonnenbrände und/oder Nutzung von Solarien
  • Helle Hauttypen (Hauttyp I und II)
  • Geschwächtes Immunsystem durch Erkrankungen oder die Einnahme von Immunsuppressiva
  • Lichtempfindlichkeit (auch medikamentös bedingte Lichtempfindlichkeit)
  • Man selbst oder ein naher Verwandter hatte bereits Hautkrebs


Vor allem Menschen, die sich berufsbedingt viel im Freien aufhalten, entwickeln häufig aktinische Keratosen. 

Vorbeugung

Wie kann man der Vorstufe von hellem Hautkrebs vorbeugen?

Im Idealfall schützen und pflegen Sie Ihre Haut so gut, dass es erst gar nicht zur Entstehung einer aktinischen Keratose kommt. Wenn Sie ein paar einfache Regeln befolgen, können Sie der Hauterkrankung vorbeugen. 

Schützen Sie anfällige Haut durch Kleidung, zum Beispiel durch langärmelige T-Shirts und tragen Sie einen Hut mit breiter Krempe. Es empfiehlt sich ein Sonnenschutzprodukt mit sehr hohem Lichtschutzfaktor, z. B. Eucerin Actinic Control mit LSF 100 für nicht ausreichend geschützte Areale.

Achten Sie darauf, dass Sie Sonnencreme richtig auftragen – nur so schützen Sie Ihre Haut sicher vor schädlicher UV-Strahlung.

Vorsorgeuntersuchung beim Arzt wegen aktinischer Keratose

Beobachten Sie Ihre Haut, um Hautveränderungen rechtzeitig zu erkennen. Aktinische Keratosen sind nicht immer mit dem bloßen Auge zu sehen. Aus diesem Grund sollten Sie regelmäßig zur Hautkrebsvorsorge gehen. Suchen Sie in jedem Fall den Arzt auf, wenn Sie Auffälligkeiten Ihrer Haut feststellen, die neu entstanden sind oder sich verändert haben. Je früher die Behandlung begonnen wird, desto höher sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung der Hauterkrankung.

Behandlung

Welche Behandlung erfolgt bei aktinischer Keratose?

Wenn Sie die aktinische Keratose rechtzeitig behandeln lassen, kann eine Weiterentwicklung zu hellem Hautkrebs in den meisten Fällen verhindert werden. Verschiedene Therapieoptionen stehen zur Auswahl. Bei der Entscheidung, welche Therapie durchgeführt wird, ist ein Kriterium, ob die aktinischen Keratosen einzeln vorkommen oder flächig (als Feldkanzerisierung). 

Es gibt sogenannte läsionsgerichtete und feldgerichtete Therapien. Arzt und Patient stimmen gemeinsam ab, welche Form der Behandlung für den individuellen Fall am besten geeignet ist.

Folgende Behandlungsmöglichkeiten kommen infrage:

  • Photodynamische Therapie (PDT): Auf die betroffenen Hautstellen wird ein Photosensibilisator in Form einer Creme aufgetragen. Er lagert sich in den aktinischen Keratosen ein, die dann mithilfe von Bestrahlung zerstört werden.
  • Topische medikamentöse Therapie: Bei dieser Behandlungsform kommen Wirkstoffe zum Einsatz, die das Immunsystem stimulieren sollen. Auf diese Weise wird eine Entzündung der Haut ausgelöst und die aktinischen Keratosen werden abgestoßen.
  • Kryochirurgie (Kältetherapie): Dabei wird das Tumorgewebe mit flüssigem Stickstoff vereist und so zerstört.
  • Kürettage und Austrocknung: Betroffene Hautareale werden mit einer Kürette (chirurgisches, löffelförmiges Instrument) abgeschabt und somit entfernt.
  • Laserbehandlung: Laserbestrahlung zerstört die aktinische Keratose.
 

Multiple aktinische Keratosen als berufsbedingte Hauterkrankung

Sind bestimmte Bedingungen gegeben, können Plattenepithelkarzinome und deren Vorstufen als Berufskrankheit anerkannt werden. Diese BK (Berufskrankheit) wird als BK 5103 bezeichnet. Der behandelnde Hautarzt kann ein entsprechendes Diagnose- und Anerkennungsverfahren einleiten. Wird die Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt, ist die gesetzliche Unfallversicherung und nicht die gesetzliche Krankenversicherung der zuständige Kostenträger bei Behandlungen. Die Kostenübernahme von Sonnenschutzmitteln ist dabei in der Regel eingeschlossen. Bei aktinischen Keratosen muss allerdings eine sogenannte Mindestschwere (multiples/vielfaches Auftreten) der Erkrankung vorliegen. Eine solche multiple Aktinische Keratose liegt vor, wenn mehr als fünf aktinische Keratosen pro Jahr auftreten oder wenn sie eine Größe von mehr als 4cm² haben.

Medizinisch geprüft

Medizinisch geprüft von: Frau Dr. Simone Presto

Frau Dr. Simone Presto ist seit 1997 Medical Advisor bei der Beiersdorf AG. Ihr Schwerpunkt ist die Dermatologie. Sie steht im regelmäßigen Austausch mit Ärzten, Apothekern sowie Verbrauchern und betreibt aktive Aufklärungsarbeit zur adäquaten Hautpflege. Zuvor studierte sie Humanmedizin und arbeitete als praktische Ärztin mit Qualifikation in pharmazeutischer Medizin.

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