AKNE BEHANDLUNG – WIE KÖNNEN MEDIKAMENTE BEI AKNE HELFEN?

Akne Behandlung und Akne Medikamente
Akne lässt sich sehr gut behandeln, gerade wenn die Therapie frühzeitig begonnen wird.

Leidest du unter einer schwereren Form von Akne? Dann lohnt es sich auf jeden Fall für dich, mit deinem Arzt über eine medikamentöse Behandlung zu sprechen. In diesem Artikel erfährst du mehr über die verschiedenen Möglichkeiten, Therapien und eventuelle Nebenwirkungen.

Zum Glück steht heute eine ganze Reihe wirksamer Medikamente zur Behandlung von Akne zur Verfügung – von äußerlich aufgetragenen Salben gegen die leichteren Symptome bis hin zu oral eingenommen Medikamenten für die hartnäckigen Fälle. 

Wenn du die Therapie rechtzeitig verordnet bekommst und sie vor allem konsequent durchhältst, werden die Symptome nach und nach weniger und das Risiko bleibender Hautschäden, wie Aknenarben, sinkt.

Je früher du mit deinen Symptomen zum Hautarzt gehst, desto besser. Denn nur mit einer frühzeitigen und effektiven Behandlung kannst du einer Verschlechterung der Hauterscheinungen und dem Risiko von Narbenbildung entgegenwirken.

Anzeichen von Akne

Die Angriffspunkte bei unreiner Haut

Zunächst wird der Hautarzt deine Haut sorgfältig untersuchen und dich zu deinem Krankheitshergang, insbesondere Vortherapien und Krankheitsdauer, befragen. Daraufhin wählt er eine oder mehrere geeignete Therapien bzw. Medikamente zur Behandlung von Akne aus, die zielgerichtet gegen die zugrundeliegenden Faktoren der Akne-Haut wirken.

  • Verringerung der Talgproduktion, um die verstärkte Talgproduktion (Seborrhö) zu reduzieren.

  • Förderung der Abschuppung, um die Verdickung der obersten Hautschicht (Hyperkeratose) zu reduzieren.

  • Reduktion der mikrobiellen Besiedlung, um Entzündungen vorzubeugen.

  • Linderung der bestehenden Entzündungen.

Bei Berücksichtigung dieser Faktoren in der Behandlung können die Hauterscheinungen wie Pickel, Mitesser, Papeln und Pusteln besser abklingen und Narben gar nicht erst entstehen. 

Lies mehr mehr über die Entstehung, Auslöser und Einflussfaktoren von Akne.

Akne-Behandlung mit Medikamenten

Welche Akne Medikamente oder Therapien stehen zur Verfügung?

Wenn du dich mit deinem Arzt für eine medizinische Behandlung entscheidest, kannst du mit einem rezeptfrei erhältlichen Gel oder einer Lotion mit Benzoylperoxid beginnen. Wenn das nicht reicht, wird ein Dermatologe dir bei Akne comedonica wahrscheinlich ein topisches Retinoid verschreiben, welches die Abschuppung fördert, damit der Talgabfluss weniger gestört ist. Topisch heißt, dass das Arzneimittel als Creme oder Gel auf die betroffene Haut aufgetragen wird. Retinoid weist auf die chemische Herkunft des Wirkstoffs – Vitamin A – hin. Für die Akne papulopustulosa werden Kombinationstherapien entweder aus Tretinoin und Clindamycin, Benzoylperoxid und Adapalen oder Benzoylperoxid und Clindamycin oder Azelainsäure eingesetzt.

Bei hartnäckigen Fällen kann dies mit einem oral einzunehmenden Antibiotikum gegen Akne-auslösende Bakterien kombiniert werden.

Akne steht in direktem Zusammenhang mit Hormonschwankungen. Daher bieten sich bei Frauen häufig hormonelle Therapien, einschließlich spezieller Kontrazeptiva wie die „Haut-Pille“ an – diese haben sich durch ihre antiandrogene Wirkung als wirksame Behandlungen bei Akne-anfälliger Haut erwiesen.

Besonders schwere, hartnäckige und anhaltende Akne wird am häufigsten mit einem Wirkstoff namens Isotretinoin behandelt – das ist das wirksamste Akne-Arzneimittel.

Antibiotika gegen Akne
Bei schwereren Fällen von Akne können Antibiotika verschrieben werden.

Wie ist es mit Nebenwirkungen?

Viele gegen Akne verschriebene Medikamente können gewisse Nebenwirkungen verursachen. Daher ist es wichtig, dass du bereits frühzeitig einen Arzt konsultierst, um mit ihm gemeinsam die Vor- und Nachteile möglicher Therapien zu besprechen.

Verschreibungspflichtige Akne-Medikamente
Viele Mittel gegen Akne sind verschreibungspflichtig – dein Arzt wird dich dazu beraten.

Die häufigsten Medikamente und Therapien in der Übersicht

Nachfolgend geben wir dir eine Übersicht mit den am häufigsten verwendeten Mitteln gegen Akne, inklusive möglicher Nebenwirkungen.

Benzoylperoxid

Äußerlich aufgetragener Wirkstoff, der über milde komedolytische (Poren öffnende) Eigenschaften verfügt, Bakterien auf der Haut reduziert und dadurch auch entzündungshemmend wirkt.
Mögliche Nebenwirkungen: trockene, spannende Haut, Brennen, Juckreiz und Rötungen. Diese lassen normalerweise mit Ende der Behandlung nach.

Topische Retinoide

Äußerlich aufgetragene Mittel, welche die Abschuppung abgestorbener Hautzellen beschleunigen. Öffnen verstopfte Poren, Talg kann besser abfließen, wirkt anti-entzündlich. 
Mögliche Nebenwirkungen: leichte Hautirritationen, Stechen, Lichtempfindlichkeit.

Topische Antibiotika

Äußerlich aufgetragen wirken diese Mittel antibakteriell und damit entzündungshemmend. Die topische Anwendung von Antibiotika wird nicht als alleinige Therapie, sondern nur in Kombination empfohlen.

Mögliche Nebenwirkungen: können leichte Irritationen, Rötungen, leichtes Brennen und Bakterienresistenz auslösen.

Azelainsäure

Normalisiert den bei Akne meist gestörten Verhornungsprozess der Haut und wirkt antibakteriell. Wird eingesetzt, wenn Benzoylperoxid und topische Retinoide keine ausreichende Wirkung hatten oder die Haut lichtempfindlich reagiert.

Mögliche Nebenwirkungen: Meist harmlos, Brennen, Stechen, Juckreiz, Rötungen.

Orale Antibiotika

Tetracycline und Erythromycin. Als Tablette eingenommen reduzieren sie das Wachstum der Akne-auslösenden Bakterien und verhindern Hautinfektionen. 
Mögliche Nebenwirkungen: Insbesondere bei Erythromycin diverse mögliche Nebenwirkungen, daher wird meist Doxycyclin (ein Tetracyclin) zuerst empfohlen – das kann allerdings die Haut lichtempfindlicher machen. Es sollte nicht mit Milch oder Milchprodukten eingenommen werden, da es sonst nicht vom Körper aufgenommen werden kann (Abstand zur Einnahme +/- 2h). Antibiotika setzen zudem die Wirkung der Pille herab.

Kombinierte orale Kontrazeptiva

Die „Haut-Pille“ mit dem Wirkstoff Cyproteronacetat hemmt bei Frauen die Wirkung männlicher Sexualhormone und wirkt gegen zu hohe Talgproduktion.
Mögliche Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, Übelkeit, Stimmungsschwankungen. Kann außerdem den Blutdruck erhöhen und steht mit einem größeren Thrombose-Risiko in Verbindung.

Orales Isotretinoin

Wird erst bei schwerer Akne in Kapselform eingesetzt, wenn andere Mittel nicht die erwünschte Wirkung hatten. Hemmt die Talgproduktion, wirkt antikomedogen, komedolytisch und reduziert Bakterien auf der Haut.

 

Mögliche Nebenwirkungen: Lippentrockenheit, Lippenentzündung, Hautreizungen im Gesicht, Hautschuppung, trockene Nasenschleimhaut, Juckreiz, trockene Mundschleimhaut, Reizungen der Augenbindehaut, Verdünnung der Haut mit erhöhter Verletzlichkeit, Haarausfall (leicht), Muskel- und Gelenkschmerzen, Nasenbluten.

Achtung: Isotretinoin setzt die Wirkung der Pille herab und wirkt stark fruchtschädigend. Eine Schwangerschaft muss daher ausgeschlossen und während der Behandlung unbedingt vermieden werden.

Die Behandlung von Akne erfolgt nach nationalen und internationalen Handlungsempfehlungen. So möchte man sicherstellen, dass alle Ärzte bzw. Dermatologen die gleichen Behandlungsmaßstäbe anlegen. Anhand dieser Richtlinien* erhalten Ärzte Informationen, welche Behandlungen (ob alleine oder in Kombination) bei den individuellen Hauterscheinungen und dem jeweiligen Schweregrad empfehlenswert sind. Dabei berücksichtigen sie den Schweregrad, verschiedene Hauttypen, das Geschlecht und mögliche Alternativen der Behandlung.

 BEI JEDER ART DER BEHANDLUNG, OB MEDIKAMENTÖS ODER NICHT, SOLLTE BEACHTET WERDEN, DASS SICH DIE WIRKUNG ERST NACH EINER GEWISSEN ZEIT EINSTELLT. DAHER GILT DRANBLEIBEN! 

     Dr. med. Markus Reinholz, Dermatologe

Akne-freie Haut durch Medikamente
Das Ziel ist klar: zurück zu schöner, glatter Haut.

In der Regel schlägt eine Behandlung nach vier bis acht Wochen an, manchmal jedoch auch erst nach drei Monaten. Gelegentlich kann sich die Symptomatik anfangs sogar noch verschlechtern oder die Therapie lokale Hautreizungen verursachen. Durchhaltevermögen ist die Voraussetzung einer effektiven Behandlung. Lass dich nicht entmutigen. Das Wichtigste ist: Durchhalten! Behalte die verordnete Therapie mit der täglichen Reinigung und Pflege konsequent bei. Auch wenn sich nicht sofort eine Verbesserung einstellt – nach einiger Zeit wird der Erfolg ganz sicher sichtbar.

Unerwünschte Effekte

Pflegeprodukte bei möglichen Nebenwirkungen

Eine Akne Behandlung mit Medikamenten kann unerwünschte Effekte auslösen.
Bei äußerlich angewendeten Arzneimitteln sind mögliche Nebenwirkungen: Rötungen, Brennen, Stechen, Trockenheit und Reaktionen aufgrund höherer Lichtempfindlichkeit.

Bei Medikamenten, die eingenommen werden, kann es zu Austrocknung der Haut und Schleimhäute, trockene Lippen, evtl. Erstverschlechterung des Hautzustandes, Reizungen der Augenbindehaut und Lichtempfindlichkeit kommen.

 

AUS MEINER ERFAHRUNG SIND OFT DIESE NEBENWIRKUNGEN DER AUSLÖSER DAFÜR, DASS VIELE BETROFFENE IHRE THERAPIE VORZEITIG ABBRECHEN.

 Dr. med. Markus Reinholz, Dermatologe


Wohltat für die Haut: therapiebegleitende Pflege

Auch und gerade dann, wenn du deine Akne medikamentös behandeln lässt, kommt es auf eine auf deine Haut abgestimmte Pflege an. Eine therapiebegleitende Feuchtigkeitspflege eignet sich optimal als Pflegeergänzung zu einer Aknetherapie, um intensiv Feuchtigkeit zu spenden, Hautirritationen zu mildern und dadurch die Haut wieder unter Kontrolle zu bringen.

When should I expect to see results?

Gerade bei einer medikamentös behandelten Akne ist es wichtig, dass du deine Haut ausreichend und konsequent vor Sonneneinstrahlung schützt. 
Durch die Wirkstoffe reagiert die Haut besonders empfindlich auf die UVA- und UVB-Strahlung der Sonne. Wenn du also vorhast nach draußen zu gehen, solltest du einen wirksamen Lichtschutz auftragen.

Lies mehr zum Thema optimale Pflege bei unreiner Haut.
Sonnencreme bei Akne
Bei einer Akne-Therapie ist ausreichender Sonnenschutz besonders wichtig, da die angewandten Substanzen z. B. Doxycyclin oder Retinoide die Haut lichtempfindlich machen.

* Nast, A., Dréno, B., Degitz, K. et al. (2012), European Evidence-based (S3) Guidelines for the Treatment of Acne, Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, 26, S. 1–29.


Disclaimer: Dieser Artikel enthält generelle Hinweise und ist nur zur Information bestimmt. Er ist kein Ersatz für ärztlichen Rat und nicht zur medizinischen Diagnose oder Behandlung gedacht. Frage deinen Arzt um Rat und/oder nach Behandlungsmöglichkeiten und missachte aufgrund einer Information dieser Website niemals einen medizinischen Rat.

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