Was ist HEV-Licht?

Was ist HEV-Licht? Und warum sollten wir uns davor schützen?

Haben Sie schon von HEV-Licht gehört? Das steht für High Energy Visible – also hochenergetisches sichtbares Licht.

Es wird auch häufig als Blaues Licht, Ultrablau-Licht oder (irreführenderweise) als Bildschirm-Licht bezeichnet. Es liegt im Lichtspektrum direkt neben der bekannten UV-Strahlung und leuchtet – wie der Name vermuten lässt – blau bis lila.

Doch während die Auswirkungen von UV-Strahlung weitestgehend untersucht und bekannt sind, wurden die Effekte von HEV-Licht erst in letzter Zeit näher beleuchtet.

Welches Spektrum hat HEV-Licht?
HEV-Licht ist ein Teil des sichtbaren Lichts, im Spektrum rechts der UVA-Strahlung

Was ist HEV-Licht (Bildschirm Licht) genau?

HEV-Licht ist hochenergetisches sichtbares Licht, das im Lichtspektrum direkt neben der UV-Strahlung liegt.

Es erscheint für das Auge blau-lila und steht im Verdacht, Hyperpigmentierungen, polymorphe Lichtdermatosen und vorzeitige Hautalterung zu begünstigen.

Das Sonnenlicht setzt sich aus verschiedenen Strahlen zusammen:

  1. der Ultravioletten (UV-)Strahlung
  2. dem sichtbaren Licht und
  3. der Infrarot-Strahlung.
Kann HEV-Licht der Haut schaden?
Das sichtbare Licht in seinen Spektralfarben. HEV-Licht erscheint blau-lila.

01 Ultraviolette Strahlung – UV-Licht

UV-Licht ist für das menschliche Auge unsichtbar – es existieren drei Bereiche: UVA-, UVB- und UVC-Strahlung.

UVA-Strahlen

Uns erreichen auf der Erde etwa 20mal mehr UVA-Strahlen als UVB-Strahlen. Sie unterliegen kaum tages- und jahreszeitliche Schwankungen. UVA-Strahlen dringen tief in die Haut ein und können hier durch die Bildung freier Radikale indirekt DNS-Schädigungen verursachen. Sie spielen daher eine größere Rolle bei Langzeitschäden.

UVB-Strahlen

Ihre Stärke variiert. Sie ist mittags am höchsten. Wichtig: Sowohl UVA- als auch UVB-Strahlen dringen durch Wolken, Nebel und Dunst. UVB- und UVA-Strahlung machen zusammen etwa 5 % des Sonnenlichts aus.

UVC-Strahlen

Die meisten UVC-Strahlen werden durch die Erdatmosphäre geblockt und treffen nicht auf unsere Haut. UVC-Strahlen dringen auch nicht durch Fenstergläser oder ähnliche feste Stoffe. Künstlich erzeugtes UVC-Licht wirkt keimtötend und wird beispielsweise für OP-Säle zur Desinfizierung genutzt.

Lesen Sie hier mehr über die Auswirkungen von UV-Licht auf die Haut.

02 Das sichtbare Licht

Es macht etwa 50 % des Sonnenlichts aus und ist – wie der Name schon sagt – der Anteil, der vom Auge wahrgenommen werden kann.

Der kurzwelligere Teil des Lichtspektrums hin zum blau-violetten Licht hat eine besonders energiereiche Strahlung und wird entsprechend High Energy Visible Light (Kurz: HEV-Licht), also hochenergetisches sichtbares Licht, genannt.

03 Infrarot Licht

Dieses für Menschen unsichtbare Licht kennt man auch als Wärmestrahlung. Es macht etwa 45 % der Sonnenstrahlung aus.

Das Spektrum der Sonnenstrahlen

Wie wirkt sich HEV-Licht auf die Haut aus?

Neueste Untersuchungen deuten darauf hin, dass HEV-Licht freie Radikale in der Haut freisetzt und sie damit schädigt.

Das helle, wärmende Licht der Sonne tut uns gut, keine Frage. Wir schütten das Glückshormon Serotonin aus, fühlen uns dadurch besser und unser Immunsystem wird gestärkt.

Doch Sonne hat auch ihre Schattenseiten: Eine Überdosis Sonnenstrahlung schädigt unsere Haut – dessen sollten Sie sich stets bewusst sein und lieber auf Nummer Sicher gehen. Das heißt: nicht zu lange in der Sonne bleiben, schützende Kleidung tragen und eine Sonnencreme verwenden, die genau auf die Bedürfnisse Ihrer Haut abgestimmt ist.

HEV-Licht erzeugt freie Radikale in der Haut
HEV-Licht kann freie Radikale in der Haut freisetzen und sie damit schädigen.

Die Auswirkungen von HEV-Licht und UV-Strahlung auf die Haut

Während UVB-Strahlen vor allem die äußeren Schichten der Haut (die Epidermis) angreifen dringt HEV-Licht (ähnlich wie UVA-Strahlung) tiefer in die unteren Schichten der Haut (Dermis) ein. Das heißt: Nicht nur UV-Strahlung, auch das energiereiche HEV-Licht, kann laut neuen Studien oxidativen Stress erzeugen und damit negativ auf Zellen einwirken.

Akute Lichtschäden
UVB-Strahlen bilden die Hauptursache für akute Schäden wie Sonnenbrand. HEV-Licht steht nicht im Zusammenhang mit Sonnenbrand.

Photoageing
Hautalterung ist im Grunde ein völlig natürlicher Prozess, aber bei vorzeitiger Hautalterung verliert die Haut bereits früher als üblich ihre Elastizität und bildet tiefere Falten.

Genauso wie UVA-Strahlung kann auch das hochenergetische sichtbare Licht (HEV-Licht) die Bildung freier Radikale auslösen.

Diese freien Radikale (Sauerstoffmoleküle) schädigen die Zellen in der Haut – und sie zerstören Zellstrukturen und damit die Kollagen- und Elastinbildung, die der Haut ihr volles und jugendliches Aussehen geben. Diese Schäden werden auch „oxidativer Stress“ genannt und sind die Ursache für Photoageing, also vorzeitige Hautalterung. Hier erfahren Sie mehr zum Thema Photoageing.

Sonnenallergie
Die Ursachen der als polymorphen Lichtdermatose bekannten Sonnenallergie sind noch nicht vollständig bekannt. Jedoch weisen neuere Studien darauf hin, dass auch hier oxidativer Stress – ausgelöst durch freie Radikale – Auslöser von allergischen Reaktionen auf die Sonne sein kann. Lesen Sie hier mehr zum Thema Sonnenallergie.

Hyperpigmentierung
HEV-Licht wird auch mit unebenmäßiger Hautpigmentierung (auch als Hyperpigmentierung bekannt) in Verbindung gebracht. Dazu gehören Altersflecken, Melasmen und Pigmentflecken nach einer entzündlichen Hauterkrankung, wie z. B. Akne. Diese entstehen durch eine Aktivierung der Melanozyten.

Es existieren verschiedene Faktoren, die zu einer solchen Melanin-Überproduktion führen können. Der wichtigste ist die im Sonnenlicht enthaltene Strahlung. 90 Prozent der sichtbaren Hautalterung oder Hyperpigmentierung gehen auf Sonnenstrahlung zurück.1 Hier erfahren Sie mehr zum Thema Hyperpigmentierung.

Pigmentflecken durch HEV-Licht
HEV-Licht kann zu unebenmäßiger Hautpigmentierung führen.

Wie kann ich meine Haut vor HEV-Licht schützen?

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass Sonnenstrahlung auch dann auf Ihre Haut einwirkt, wenn es draußen bewölkt oder dunstig ist. Das heißt: Sie sollten Ihren Sonnenschutz nicht nur auf die Tage beschränken, an denen die Sonne hell vom Himmel scheint. Geeigneter Schutz sollte vielmehr Teil Ihrer täglichen Pflegeroutine sein.

Wenn Sie geeignete Sonnenschutzprodukte auswählen, achten Sie vor allem auf wirksamen Schutz gegen UVA- und UVB-Strahlen sowie auf biologischen Zellschutz.

Und: Ein zusätzlicher Schutz vor den Auswirkungen des HEV-Lichts wird dazu beitragen, vorzeitige Hautalterung sowie Fälle von Sonnenallergie und Hyperpigmentierung zu reduzieren.

Wirksamen Schutz vor oxidativem Stress, der durch HEV-Licht und UV-Strahlung verursacht wird, bieten Formeln, die speziell darauf abgestimmte pflanzliche Antioxidatien enthalten.

Wie schütze ich mich vor HEV-Licht
Nur wer sich konsequent eincremt, ist vor möglichen Sonnenschäden dauerhaft geschützt.

Achten Sie auf Inhaltsstoffe wie Licochalcone A und Glycyrrhetinsäure. Beide Stoffe haben sich bewährt, um die Hautzellen in den tieferen epidermalen Schichten vor Schäden zu schützen, welche durch die von Sonnenstrahlung gebildeten freien Radikale entstehen können.

Licochalcone A

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie zu HEV-Licht entdeckte die Eucerin Forschung mit Licochalcone A, dem natürlichen Stoff aus den Wurzeln der chinesischen Süßholzwurzel, einen innovativen Wirkmechanismus, der das negative Potential des HEV-Lichts reduzieren kann.

Dieser Inhaltsstoff besitzt neben entzündungshemmenden Eigenschaften auch antioxidative Effekte und ist in der Lage, freie Radikale zu neutralisieren. Die Extrakte pflanzlichen Ursprungs wirken damit zellschützend und treten den möglichen schädlichen Folgen der Sonneneinstrahlung effektiv entgegen.

Licochalcone A wird aus der chinesischen Süßholzwurzel gewonnen

Glycyrrhetinsäure

Wie Licochalcone A ist auch die Glycyrrhetinsäure ein starkes Antioxidans, das aus den Wurzeln der chinesischen Süßholzpflanze (Glycyrrhiza) gewonnen wird. Der Extrakt schützt die DNA, unterstützt die zelleigenen Reparaturmechanismen und verfügt ebenfalls über entzündungshemmende und hautberuhigende Eigenschaften.

Glycyrrhetinsäure wird aus der chinesischen Süßholzwurzel gewonnen

Wie gefährlich ist Bildschirm-Licht?

Heutzutage sind wir nicht nur dem natürlichen HEV-Licht der Sonne ausgesetzt, sondern auch dem künstlichen HEV-Licht aus LEDs. Smartphone-Displays oder Monitore strahlen eine relativ hohe Menge an blauem Licht aus. Da die Zeit, die wir mit Computer, Tablet und Smartphone verbringen, wächst, gibt es zunehmende Bedenken über schädliche Auswirkungen von diesem künstlichen Licht auf die Haut.² 
Müssen wir uns jetzt vor dem Fernseher eincremen? Nein! Neuste Untersuchungen aus der Beiersdorf Forschung zeigen, dass die HEV-Strahlendosis bei der herkömmlichen Verwendung elektronischer Geräte nicht ausreicht, um einen schädlichen Hauteffekt hervorzurufen.³

Um das Gefahrenpotential von künstlichem HEV-Licht auf der Haut zu beurteilen, haben die Forscher das emittierte Licht von Smartphones und Monitoren gemessen und mit der natürlichen Menge von HEV-Licht, die uns in unserem täglichen Leben von der Sonne erreicht, verglichen. 
Für das natürliche HEV-Licht der Sonne wurden verschiedene Varianten in der Studie eingeschlossen: Licht, das an einem wolkigen Tag, an einem sonnigen Tag (August in Hamburg) und draußen (kurz vor Mittsommer) durch das Fenster fällt. Die Emissionen der elektronischen Geräte sind im Vergleich zum natürlichen HEV-Licht aus der Sonnenstrahlung kaum zu erkennen und daher vernachlässigbar.³

HEV-Licht elektronischer Geräte im Vergleich zu natürlichem HEV-Licht
Das HEV-Licht elektronischer Geräte ist im Vergleich zum natürlichen HEV-Licht kaum erkennbar.³

Laut den wissenschaftlichen Ergebnissen entspricht die HEV-Licht Intensität von 172 Stunden vor einem Monitor (30 cm Abstand) in etwa der von einer Minute draußen an einem sonnigen Tag in Hamburg (Mittagszeit, Mittsommer). Weiterhin wurde herausgefunden, dass die HEV-Licht-Intensität bei Messung direkt am Bildschirm (2 cm) um das 17-fache steigt im Vergleich zur Intensität aus einer Distanz von 30 cm. Damit entsprechen ca. 10 Stunden direkt auf Ihrem Smartphone (z. B. beim Telefonieren) einer Minute Sonnenbestrahlung an einem sonnigen Tag in Hamburg. Daher ist das Fazit zu HEV-Licht: „die Dosis macht das Gift“ (nach Paracelsus).

¹ Liebel F et al. Irradiation of skin with visible light induces reactive oxygen species and matrix-degrading enzymes. J Invest Dermatol. 2012;132(7):1901-7.

² Weiner, Is The Blue Light From Your Screen Damaging Your Skin? Here's What A Dermatologist Has To Say, www.bustle.com, 2016.

³ Batzer, J et al. Assessment of hazard potential of high-energy visible light from electronic devices for the skin. Beiersdorf AG, Research & Development, Hamburg, Germany. 27th EADV Congress 2018 Paris, France. Poster No. P1672.

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