WISSENSCHAFT UND BEHANDLUNG - MIT WELCHEN SYMPTOMEN SOLLTE ICH ZUM ARZT GEHEN?

Akne: Wann zum Arzt?
Nur ein Arzt kann wirklich beurteilen welche Behandlung bei welchen Symptomen angemessen ist.

Muss ich wirklich schon mit dem einen oder anderen Pickelchen zum Arzt? Oder reicht es nicht, wenn ich erst einmal in die Apotheke gehe?

Wer unter Akne leidet, hat sich diese Fragen ganz sicher schon gestellt. Wir haben mit Dr. med. Markus Reinholz, einem auf Akne spezialisierten Dermatologen, gesprochen und ihn gefragt, wie er darüber denkt.

Dr. med Markus Reinholz, Dermatologe

CHALLENGE-AKNE TEAM: Wann sollten Betroffene zum Arzt gehen? Doch sicher nicht, wenn hier und da nur mal das eine oder andere Pickelchen erscheint, oder?

DR. REINHOLZ:  Bei Akne gilt für mich das Motto „Hit it hard and early“. Das heißt: möglichst frühzeitig und stark therapieren. Denn das größte Risiko dieser entzündlichen Hauterkrankung ist die langfristige Narbenbildung – die gilt es zu verhindern. Selbst wenige Papeln (Knötchen) oder Pusteln (Eiterbläschen) können bereits zu Narbenbildung führen.

Im Allgemeinen sind selbst leichte Formen der Akne für eine medikamentöse Therapie gut geeignet. Eine Acne comedonica, bei der die Mitesser den größten Teil der Hautveränderungen ausmachen, lässt sich gut therapieren. Insbesondere Mitesser werden von vielen Betroffenen erst durch „Herumfummeln“ zu Papeln, die im Verlauf vernarben können (Acne excoriée).

Mit Akne zum Arzt
Lass Dir helfen – Akne lässt sich meist gut behandeln.

Spätestens sobald Papeln oder Pusteln auftreten, sollte ein Hautarzt aufgesucht werden. In diesen Fällen steigt massiv das Risiko für Narbenbildung.

CHALLENGE-AKNE TEAM: Sollten Betroffene eher zum Hausarzt gehen oder besser gleich zu einem Dermatologen, also Hautarzt?

DR. REINHOLZ: Ein mit Akne erfahrener Hausarzt kann bereits eine medikamentöse Therapie beginnen. Mittelfristig und langfristig sollte jedoch der spezialisierte Hautarzt einbezogen werden und die Therapie festlegen.

CHALLENGE-AKNE TEAM: Wann reicht fürs Erste vielleicht auch ein Gang in die Apotheke?

DR. REINHOLZ: Als Dermatologe rate ich von einer Eigentherapie ohne Empfehlung eines Hautarztes bzw. hautfachärztliche Kontrolle ab. Nach meiner Erfahrung wird dadurch eine adäquate Therapie eher verzögert.
Es kann aber durchaus sinnvoll sein, die Zeit bis zu einem Besuch beim Dermatologen durch Hilfe und Rat aus der Apotheke zu überbrücken. Ein apothekenpflichtiges Arzneimittel und die richtige Hautreinigung und -pflege können bereits Schritte in die richtige Richtung sein.

CHALLENGE-AKNE TEAM: Kommen eigentlich eher Jugendliche mit Pubertätsakne zu Ihnen oder mehr Erwachsene?

DR. REINHOLZ: Das Spektrum der Akneformen reicht von der Neugeborenen-Akne, über die Pubertätsakne und medikamenten-induzierte Akne bis hin zu Spätakne (Acne tarda). Der Großteil der Patientinnen und Patienten mit Akne ist jedoch zwischen 12 und 30 Jahren alt.

CHALLENGE-AKNE TEAM: Wie können Sie Betroffenen die Hemmschwelle nehmen, zum Arzt zu gehen?

DR. REINHOLZ: Gerade Akne ist eine Erkrankung, die stark stigmatisiert und Ängste sowie Schamgefühl bei den Betroffenen hervorrufen kann. Daher kann ich nur ermutigen sich rechtzeitig in Behandlung zu begeben, um die Akne richtig behandeln zu lassen. Nur so kann der Teufelskreis durchbrochen und die starke psychosoziale Belastung der Erkrankung beendet werden. Außerdem können nur bei frühzeitiger Therapie die langfristigen Spätfolgen im Sinne von Narben verhindert werden.

CHALLENGE-AKNE TEAM: Wie gehen Sie vor, wenn Sie einen Akne-Patienten vor sich haben?

DR. REINHOLZ: Zunächst einmal erfolgt eine ausführliche Anamnese: über die Krankheitsdauer, die Schwere der Erkrankung, die bereits unternommenen Therapieversuche und durchgeführte Diagnostik.
Daraufhin folgt eine körperliche Untersuchung in Form einer Haut-Inspektion. Hier werden vor allem das Gesicht, sowie Dekolleté, Oberarme/Schultern und der Rücken inspiziert.
Danach wird für den Patienten das weitere diagnostische und therapeutische Vorgehen, je nach Schweregrad und den persönlichen Bedürfnissen, festgelegt.

Hautuntersuchung bei Akne
Der Arzt untersucht gewissenhaft die Haut, um eine geeignete Therapie festzulegen.

CHALLENGE-AKNE TEAM: Welche Therapie-Möglichkeiten stehen Ihnen zur Verfügung? Was können Sie tun bzw. verschreiben?

DR. REINHOLZ: Jeder Patient wird bei uns intensiv über die Erkrankung aufgeklärt. Das ist die Basis jeder Aknebehandlung. Hierfür haben wir speziell einen Aufklärungsbogen entwickelt, der viel medizinisches Wissen über die Erkrankung, aber auch Dos and Don‘ts enthält.

Die Behandlung der Akne besteht bei uns aus einem Drei-Säulen-Konzept:

  1. die medikamentöse Therapie mit topischen (Cremes, Gele) und/oder systemischen Arzneimitteln (Tabletten, Kapseln).
  2. die medizinisch-kosmetische Pflege (Rückfettung, Reinigung der Haut) und
  3. eine Anbindung an unsere medizinische Kosmetik.
Medizinische Kosmetik
Bei der medizinischen Kosmetik werden spezielle Gesichtsbehandlungen zur unterstützenden Therapie durchgeführt.

CHALLENGE-AKNE TEAM: Was ist die größte Schwierigkeit bei einer Akne-Therapie?

DR. REINHOLZ: Den Patienten insgesamt bei der Stange zu halten – insbesondere da die Behandlung eine gewisse Dauer umfasst. Die medikamentöse Therapie bei lokaler Anwendung als auch die Systemtherapeutika (also oral eigenommene Medikamente) können einer anfänglichen Verschlechterung (z. B. Hautreizung und –austrocknung) herbeiführen. Weiterhin ist es schwierig, die Patienten vom „selbst Drücken“ (der Manipulation) abzuhalten. Denn dadurch wird oft eine zunächst milde Akne deutlich verschlechtert und es kommt zu Komplikationen. Hier sollte nur ein Profi unter hygienischen Bedingungen im Sinne einer medizinischen Kosmetik aktiv werden.

CHALLENGE-AKNE TEAM: Was davon bezahlt eigentlich die gesetzliche Krankenkasse?

DR. REINHOLZ: Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die medikamentösen Therapien, sowie Behandlungskosten des Arztes. Pflege sowie medizinische Kosmetik müssen üblicherweise in Eigenleistung getragen werden.

CHALLENGE-AKNE TEAM: Haben Sie vielleicht noch einen abschließenden Tipp für Betroffene?

DR. REINHOLZ: Sogar zwei: Gehen Sie frühzeitig zum Arzt, um vor allem die Spätfolgen wie Narbenbildung zu verhindern. Und: Bleiben Sie dran – auch wenn es vielleicht ein wenig länger dauert, bis erste Besserungen sichtbar werden.

Außerdem Finger weg! – Hände gehören nicht ins Gesicht.

CHALLENGE-AKNE TEAM: Wir danken Ihnen für das Gespräch.

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