Frau fasst sich mit der Hand ins Gesicht.

Was hilft gegen Neurodermitis im Gesicht? Anzeichen, Ursachen und Pflege-Tipps

Zusammenfassung

Bei Neurodermitis (oder atopisches Ekzem) handelt es sich um eine weit verbreitete, chronische, entzündliche, aber nicht ansteckende Erkrankung mit typischen Hauterscheinungen im Gesicht und am Körper. Die Zahl der Fälle ist in den vergangenen 30 Jahren um 200 – 300 % gestiegen. Mittlerweile sind ca. 10 - 20 % der Kinder und 2 - 5 % der Erwachsenen betroffen.

Für die Erkrankung ist keine eindeutige Ursache bekannt, aber mittlerweile ist unbestritten, dass eine Kombination aus Veranlagung und verschiedenen Triggerfaktoren zur Entwicklung einer Neurodermitis führen kann. Die veränderten Gene führen zu einer gestörten Hautbarriere, so dass sich die Haut nicht mehr ausreichend vor den Einflussfaktoren schützen kann. Erfahren Sie mehr über die Pflege akuter Neurodermitis am Körper.

1. Die beeinträchtigte Hautbarriere lässt die Haut austrocknen und erleichtert das Eindringen von Schadstoffen und Mikroorganismen 2. Aktivierung von Immunzellen, Entzündungsreaktion 3. Juckreiz auslösende Nervenfasern

Empfohlene Pflegeprodukte

Ursachen & Auslöser

Die Triggerfaktoren für Neurodermitis im Gesicht

Die Veranlagung für Neurodermitis wird vererbt: Leiden oder litten beide Elternteile an Neurodermitis, so besteht für das Kind ein 60 – 80 %ges Risiko, ebenfalls daran zu erkranken. Neben der Genetik spielen aber auch externe Umweltfaktoren als Trigger für Neurodermitis eine wichtige Rolle. Da keine Heilung existiert, ist das Vermeiden dieser Auslöser kombiniert mit intensiver Hautpflege besonders wichtig, um die schubfreien Phasen zu verlängern. Wie lässt sich Neurodermitis wirksam behandeln und wie pflege ich atopische Haut?

Als externe Triggerfaktoren für Neurodermitis im Gesicht gelten unter Anderem:

  • Kaltes Klima
    Wohnorte mit eher kaltem Klima erhöhen das Risiko für Neurodermitis. Und gerade das Gesicht ist der Kälte mehr ausgesetzt als der Rest des Körpers.
  • Umweltgifte
    Es besteht eine Verbindung zwischen der Umwelt und der Entwicklung von Neurodermitis – in Städten, wo die Luftverschmutzung höher ist, tritt Neurodermitis häufiger auf. Und das Gesicht ist diesen Schadstoffen verstärkt ausgesetzt.
  • Pollen
    Heuschnupfen zählt auch zu den sogenannten Neurodermitis-Provokationsfaktoren. Die Deutsche Haut- und Allergiehilfe (DHA) rät deshalb auch Neurodermitikern bei Pollenflug aufzupassen und sich zu schützen.
  • Trockene Luft
    Neurodermitis ist gekennzeichnet durch einen angeborenen Mangel an natürlichen Feuchthaltefaktoren (Natural Moisturing Factor = NMF) wie Aminosäuren und eine Störung des Stoffwechsels der epidermalen Lipide. Trockene Luft macht der dünnen Gesichtshaut mehr zu schaffen als anderen Stellen des Körpers.

Das Leben in Regionen mit höherer Umweltverschmutzung erhöht das Risiko, an Neurodermitis zu erkranken.
Wenn ein Elternteil Neurodermitis, Asthma oder Heuschnupfen hat, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass das Kind auch an Neurodermitis erkrankt.
Die Symptome

Wie zeigt sich Neurodermitis im Gesicht?

Die Zeichen atopischer Haut im Gesicht in einer schubfreien Phase

Neurodermitis tritt typischerweise in Phasen auf. In der schubfreien Phase ist die Gesichtshaut trocken bis sehr trocken, leicht schuppig, rosa bis rot und die betroffenen Stellen – am häufigsten an Wangen, Kopfhaut, Stirn, um die Augen und hinter den Ohren – können kleine, verheilte Risse aufweisen. Für Betroffene ist es wichtig, ihre Gesichtshaut auch in diesen schubfreien Phasen gut zu pflegen, um die Abstände zwischen den Schüben zu verlängern.

Betroffene leiden häufig unter trockenen, rissigen und aufgesprungenen Lippen oder eingerissenen Mundwinkeln. Ebenfalls ein verbreitetes Problem bei Neurodermitis ist das sogenannte Lippenleck-Ekzem, eine häufig schmerzhafte entzündliche Rötung um den Mundbereich, vor allem im Winter.

Gerade an den empfindlichen Lippen mit ihrer dünnen Haut kann Neurodermitis besonders unangenehm sein.

Atopisches Ekzem im Gesicht während eines Schubs

Die sowohl physisch als auch psychisch belastendere Phase ist der Schub. Die Gesichtshaut juckt leicht bis stark, erscheint rot bis dunkelrot, uneben bis geschwollen, entzündet und schuppig. Manchmal blutet es sogar leicht. Die Symptome Trockenheit, Juckreiz und Entzündungen können auch bei überempfindlicher Haut auftreten. An den Augen sind häufig die Lider und der Bereich rund um die Augen betroffen – in diesem Bereich ist die Haut besonders dünn und empfindlich. Zudem lassen sich die Augen kaum vor negativen Einflüssen wie Kälte oder Pollen schützen.

Während eines akuten Schubs kann die Anwendung einer intensiven Hautpflege in Kombination mit arzneilicher Behandlung erforderlich werden. Lesen Sie mehr über die Pflege in schubfreien Phasen.

In akuten Schüben ist die Haut rot bis tiefrot, extrem trocken, schuppig und kann sogar wund sein. In den meisten Fällen besteht dann auch ein ausgeprägter Juckreiz.

Bei Säuglingen ist das Auftreten von Milchschorf am Kopf eine frühe Form des atopischen Ekzems. Es tritt meist im dritten Lebensmonat auf, selten auch schon früher. Vor allem an den Wangen, manchmal im ganzen Gesicht und auch am behaarten Kopf kommt es zur Bildung eines Erythems mit Papulovesikeln. Ab dem zweiten Lebensjahr sind die Hautveränderungen dagegen eher trocken und typischerweise in Gelenkbeugen, am Nacken, am seitlichen Gesicht und an den Händen zu finden. Diese Körperstellen können unter Umständen auch im Erwachsenenalter betroffen sein. Erfahren Sie mehr über Neurodermitis bei Kindern

Sie haben womöglich Neurodermitis im Gesicht, wenn ...

  1. Ihre Haut sehr bis extrem trocken und gerötet ist. Dieses lässt sich nicht beheben, sondern höchstens lindern.
  2. Ihre Haut zu Schuppung neigt, Verdickung und Rissbildung.
  3. Sie unter Juckreiz im Gesicht leiden.
  4. sich rote trockene Flecken im Gesicht zeigen.
  5. Ihre Hauterscheinungen in Schüben auftreten.

Ziehen Sie einen Arzt oder Dermatologen hinzu, wenn Sie nicht sicher über Ihre Hauterscheinungen sind.

Auswirkungen

Die psychischen Folgen von Neurodermitis im Gesicht

Genauso wie die Probleme, die durch die Irritationen selbst entstehen, kann Neurodermitis weitere physische und psychische Probleme nach sich ziehen, zum Beispiel Schlafmangel, Stress und allgemein ein mangelndes Selbstbewusstsein – gerade beim atopischen Ekzem im Gesicht. Häufig fühlen sich die Betroffenen im Alltag eingeschränkt – was sie anziehen, was sie essen, welches Make-up sie auswählen und an welchen Aktivitäten sie teilnehmen. Vor allem atopische Haut im Gesicht kann sich auf Beziehungen negativ auswirken – wenn die Anzeichen vom Betroffenen oder vom Partner als unattraktiv wahrgenommen werden.

Neurodermitis im Gesicht kann zu verschiedenen physischen und psychischen Problemen führen. Betroffene fühlen sich oft gestresst und leiden unter mangelndem Selbstvertrauen.

Trockene bis extrem trockene und gereizte Haut im Gesicht führt zu einer Entzündungsreaktion und zu Juckreiz. Solch intensiver Juckreiz kann häufiges Kratzen auslösen, was die Hautbarriere noch zusätzlich schwächt und so ein ideales Umfeld für weiteres Bakterienwachstum schafft. Das führt zu weiterer Reizung, Jucken, Entzündungen und der Neurodermitis-Kreislauf setzt sich fort

Pflegeempfehlungen

Tipps für den richtigen Umgang mit Neurodermitis im Gesicht

Die Gesichtshaut ist besonders sensibel – daher empfiehlt es sich, nur solche Pflegeprodukte zu verwenden, die auch an Neurodermitis-Patienten getestet wurden. Im Gesicht ist häufig die Augenpartie betroffen, manchmal auch die Lider. Aber auch die übrige Gesichtshaut ist häufig so gereizt, dass sich Rötungen zeigen und ein Spannungsgefühl entsteht.

Es kann sich lohnen, auf die folgenden Punkte zu achten, wenn Sie unter Neurodermitis im Gesicht leiden:

  • Gesichtsreinigung bei Neurodermitis
    Ungeschminkte Haut mit reichlich Wasser reinigen. Sollte dies nicht reichen, verwenden Sie eine milde, duftstofffreie Waschlotion. Danach das Gesicht mit einem weichen Handtuch leicht abtupfen und das Gesicht eincremen. Bei Make-up die Haut mit einer sanften Reinigungsmilch für trockene und empfindliche Haut reinigen.
  • Tagespflege und Make-up
    Die Gesichtspflege sollte Rötungen mindern und die Haut beruhigen. Produkte mit Omega-6-Fettsäuren haben sich hier bewährt (z. B. Eucerin AtopiControl GESICHTSCREME). Die Creme sollte als Grundlage für Make-up ebenso geeignet sein wie auch als Tages- und Nachtpflege. Die Pflege sollte regelmäßig morgens und abends erfolgen, bei Bedarf auch häufiger.
  • Männer und Gesichtsrasur
    Eine gute Rasiercreme sollte bei Männern keine Irritationen nach der Rasur hervorrufen. Anstelle klassischer After Shaves verwenden Sie besser spezielle Gesichtcremes für Neurodermitiker und trockene Haut (z. B. Eucerin AtopiControl GESICHTSCREME).
  • Schminken mit Neurodermitis im Gesicht
    Tragen Sie Make-Up möglichst nur auf eine geeignete Unterlage auf – am besten eine gut verträgliche Tagescreme. Das Make-up sollte nicht direkt auf gerötete und entzündete Stellen aufgetragen werden. Während eines Schubs besser auf Make-up verzichten und nur eine Gesichtspflege benutzen, evtl. eine Akutpflege, z. B. Eucerin AtopiControl AKUTPFLEGE CREME, bis die Haut sich wieder beruhigt hat.
  • Geeignete Lippenpflege bei Neurodermitis
    Gerade in den Wintermonaten leiden Neurodermitiker häufig unter trockenen, rissigen und aufgesprungenen Lippen bzw. eingerissenen Mundwinkeln. Bei regelmäßiger Anwendung (mehrmals täglich) können hier spezielle Lippenpflegeprodukte helfen – z. B. Eucerin Acute Lip Balm)
  • Peelings und Masken bei Neurodermitis im Gesicht?
    Gerade Peelings können die Haut unnötigerweise reizen und sollten daher besser vermieden werden. Auch Gesichtsmasken sind bei Rötungen und Entzündungen nicht zu empfehlen.

Erfahren Sie auch, worauf Betroffene bei ihrer Ernährung achten sollten

Für schnelle Linderung ist in der Apotheke Hydrokortison erhältlich. Es ist jedoch nicht für den langfristigen Gebrauch geeignet und sollte nur „im Notfall“ ohne ärztlichen Rat aufgetragen werden. Besser, Sie suchen vor der Anwendung einen Dermatologen auf!
Aus ganzheitlicher Sicht: Auch Stress kann die Hauterscheinungen von Neurodermitis verstärken. Versuchen Sie also Ruhe zu finden. Für eine Entspannung zwischendurch eignen sich z. B. kühlende Augenpads – am besten „wirkstofffrei“.
Duschen ist eher zu empfehlen als baden. In jedem Fall sollte eher lauwarmes als zu heißes Wasser verwendet werden.

Ziehen Sie bitte einen Arzt oder Dermatologen hinzu, wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie mit Ihren Hauterscheinungen umgehen sollen.

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