Hautflechte

Hautflechte erkennen und behandeln – Handlungs- und Pflegeempfehlungen bei einer Flechte auf der Haut

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Hautflechte – die Erkrankung im Überblick

„Hautflechte“ bezeichnet im Allgemeinen entzündliche Hauterkrankungen, denen eine Infektion, eine systemische oder chronische Erkrankung oder eine allergische Reaktion der Haut  zugrunde liegen kann. Hautflechten betreffen neben der Haut im Gesicht und am Körper auch häufig die Schleimhäute. Die Unterscheidung verschiedener Hautflechten erfolgt anhand einer Untersuchung des Hautbilds auf sichtbare Symptome. Einige Flechten bedürfen einer inneren oder äußeren medikamentösen Behandlung – bei anderen kann das Abheilen durch die konsequente Hautpflege mit passenden Produkten gefördert werden.

 

Mögliche Ursachen für verschiedene Hautflechten

Eine Flechte der Haut kann sehr unterschiedliche Ursachen haben, darunter Virus- und Pilzinfektionen. Vor allem Fadenpilze (Dermatophyten) können sich leicht auf der Haut ansiedeln und schuppende, juckende Flechten hervorrufen. Es gibt aber auch erblich bedingte Hautflechten, die mit Autoimmunerkrankungen zusammenhängen, wie zum Beispiel die Schuppenflechte (Psoriasis)

Bei einigen Hautflechten, zum Beispiel der Röschenflechte (Pityriasis rosea), ist die Ursache bisher nicht abschließend geklärt. Wissenschaftler vermuten jedoch, dass sie durch Herpesviren hervorgerufen wird. Es können aber auch Faktoren wie äußere Einflüsse oder Medikamente, Stress oder ein Vitaminmangel mit in das Auftreten von Hautflechten hineinspielen. Auch bei anderen spontan auftretenden Flechten können all diese und weitere Aspekte einen Einfluss haben.

Risikofaktoren

Durch das Meiden verschiedener Faktoren kann das Risiko, eine Hautflechte zu bekommen, in einigen Fällen reduziert werden. Bei erblich bedingten Flechten auf der Haut (z. B. Schuppenflechte) können Betroffene Schübe hinauszögern und über lange Phasen symptomfrei leben, indem sie Risikofaktoren wie diese versuchen zu meiden:

Risikofaktoren für Hautflechten können unter anderem ein hoher Stresslevel oder eine ungesunde Lebensweise sein.

  • Stress 
  • Einseitige oder ungesunde Ernährung
  • Rauchen
  • Alkohol
  • Medikamente

Daneben gibt es weitere Risikofaktoren, welche für die Entstehung einer Flechte auf der Haut mitverantwortlich sein können.

  • Ein geschwächtes Immunsystem ist anfälliger für bakterielle, Virus- oder Pilzinfektionen, die über eine gestörte Hautschutzbarriere in die Haut eindringen können.
  • In den Wechseljahren kommt es durch Hormonschwankungen und Veränderungen der Hautstruktur häufig zu trockener und sehr trockener Haut. Diese wird schneller rissig, was ebenfalls das Risiko einer Infektion und damit einer – potenziell ansteckenden – Hautflechte steigern kann.
  • Auch eine Schwangerschaft kann trockene Haut verursachen. Eine Hautflechte, die während einer Schwangerschaft entsteht, muss umgehend von einem Arzt untersucht werden, um die Ursache abzuklären und ggf. eine geeignete Behandlung auszuwählen.

 

 

Welche Hautflechte habe ich?

Um festzustellen, welche Hautflechte sich bei dir ausgebreitet hat, solltest du deine Haut auf typische Symptome unterschiedlicher Flechten hin untersuchen lassen. Außerdem sind bei einigen Flechten Haut und innere Organe oder das Immunsystem betroffen, was sich durch weitere Symptome äußert. Die folgenden Ausführungen und Bilder von Hautflechten sollen dir einen Überblick über verschiedene Formen und Symptome verschaffen.

Wichtig: Eine sichere Diagnose mit anschließender Verordnung einer Therapie kann nur durch einen Arzt erfolgen.

Formen und Symptome der Schuppenflechte

Formen und Symptome der Schuppenflechte

Ein typisches Symptom der Schuppenflechte ist die Bildung sogenannter Plaques.

Wie  schon anhand des Namens erkennbar, äußert sich die Schuppenflechte (Psoriasis) durch große Schuppen – sogenannte Plaques – auf der Haut. Es kommt zu Hautrötungen (Erythem), Schuppung und Verdickung der Haut. Die Schuppenflechte tritt häufig an der Kopfhaut, den Händen und Füßen, Ellenbogen und Knien auf. Auch andere Areale des Körpers können betroffen sein. In unserem Artikel zu Psoriasis erfährst du mehr über Ursachen, Häufigkeit, Symptome und Behandlung der Hautflechte.

So äußert sich eine Knötchenflechte

So äußert sich eine Knötchenflechte

Bild Knötchenflechte
Bei der Knötchenflechte treten kleine rote Papeln auf, die oft einen leichten Glanz aufweisen.

Bei einer Knötchenflechte (Lichen ruber planus) bilden sich kleine, oft stark juckende Papeln – die Knötchen – auf der Haut. Diese sind rötlich bis violett gefärbt, erhaben und an den Rändern scharf begrenzt. Zusätzlich bilden sich in einigen Fällen dünne, weiße Linien, die die Haut wie ein Netz überziehen. Die Papeln breiten sich vor allem an den Unterarmen und Handgelenken sowie an den Unterschenkeln und Fußgelenken aus. Sie können aber auch an den Schleimhäuten oder am ganzen Körper auftreten. Zudem ist ein Befall des Genitalbereichs, der Kopfhaut oder der Nägel möglich. Die Knötchenflechte an den Haarfollikeln (Lichen ruber follicularis) kann zu Hautabschuppung und teilweise zu vorübergehendem Haarausfall führen. Bei einem schweren Verlauf mit starker Ausbreitung geht mit der Knötchenflechte ein für die Betroffenen quälender Juckreiz einher. Am häufigsten tritt diese Art der Hautflechte bei Menschen zwischen 30 und 60 Jahren auf.

Daran erkennst du eine Röschenflechte

Bild Röschenflechte
Die Röschenflechte breitet sich meist am Oberkörper aus.

Die Röschenflechte (Pityriasis rosea) tritt vor allem zwischen dem 10. und dem 35. Lebensjahr auf und betrifft überwiegend Frauen. Warum gerade diese Altersgruppe häufiger betroffen ist, ist nicht bekannt, was auch daran liegt, dass die Ursache der Flechte bis heute nur vermutet werden kann, jedoch im Grunde ungeklärt ist. Aktuell wird jedoch eine Virusinfektion als Auslöser diskutiert. Meist zeigt sich zunächst nur ein einzelner roter Fleck am Oberkörper, der eine ovale Form aufweist und einen Durchmesser von 2-10 cm hat. Diese leicht schuppende Rötung wird als „Primärmedaillon“ bezeichnet. Ihr folgen viele weitere, deutlich kleinere ovale Rötungen, die sich überwiegend am Oberkörper ausbreiten. In seltenen Fällen sind auch Arme, Beine oder das Gesicht betroffen. Zu den ersten Symptomen einer Röschenflechte gehören Müdigkeit und Erschöpfung sowie manchmal ein allgemeines Krankheitsgefühl mit Kopfschmerzen oder Appetitverlust. Erst im weiteren Verlauf der Erkrankung zeigen sich die typischen Hautveränderungen. Obwohl wahrscheinlich durch Viren verursacht, gilt die Röschenflechte als nicht ansteckend.

Symptome einer Ringelflechte

Symptome einer Ringelflechte

Bild Ringelflechte
Die Ringelflechte hat oft eine kreisrunde Form und wird zur Mitte hin heller.

Die Ringelflechte (Tinea corporis), auch Ringwurm-Infektion genannt, fällt durch ihre namensgebende Form auf: Die oft kreisrunde Hautflechte wächst in Ringen auf der Haut. An den Rändern schuppt die Flechte, wirft kleine Pusteln oder Blasen und ist stark gerötet. Der durch einen Befall mit Fadenpilzen (Dermatophyten) ausgelöste Hautausschlag  wird bevorzugt durch Haustiere wie Katzen, Meerschweinchen und Hamster übertragen, geht oft mit ausgeprägtem Juckreiz einher und ist hochansteckend. Trotzdem ist diese Flechte für die Gesundheit unbedenklich und kann leicht durch eine Behandlung mit einer entsprechenden Salbe oder Tabletten geheilt werden.

 

Geeignete Pflegeprodukte bei Hautflechten

Die hier empfohlenen Pflegeprodukte können helfen, durch eine Hautflechte entstandene Irritationen zu mindern und die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen. Sie sind nicht zur therapeutischen Behandlung einer Hautflechte geeignet. Frage deinen behandelnden Arzt, welche therapiebegleitenden Pflegeprodukte empfehlenswert sind. Nach Ende einer Behandlung kannst du deine Haut mit einer duftstofffreien, leichten Pflege wie dem Eucerin AtopiControl BALSAM schnell einziehende Textur mit der notwendigen Feuchtigkeit versorgen.

 

Behandlung von Flechten auf der Haut

Diagnose und Behandlung einer Hautflechte müssen immer durch einen Hautarzt erfolgen. Eine Selbstbehandlung kann dazu führen, dass Hautflechten langsamer abheilen oder Symptome wie Hautschuppung, Rötungen oder Juckreiz sich sogar verstärken. Einige harmlose Flechten wie die Röschen- oder Knötchenflechte heilen zwar oft innerhalb einiger Wochen bis Monate selbstständig ab, können aber bei Beschwerden wie Juckreiz oder sehr großflächiger Rötung mit einer geeigneten arzneilichen Therapie in der Abheilung unterstützt werden. Hierbei werden zumeist Antimykotika (bei Ursachen wie einer Pilzinfektion) oder Kortikoide verschrieben.

Medizinisch geprüft von: Frau Dr. Simone Presto

Frau Dr. Simone Presto ist seit 1997 Medical Advisor bei der Beiersdorf AG. Ihr Schwerpunkt ist die Dermatologie. Sie steht im regelmäßigen Austausch mit Ärzt*innen, Apotheker*innen sowie Verbraucher*innen und betreibt aktive Aufklärungsarbeit zur adäquaten Hautpflege. Zuvor studierte sie Humanmedizin und arbeitete als praktische Ärztin mit Qualifikation in pharmazeutischer Medizin.

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