LIFESTYLE – AKNE-URSACHEN: WAS BEEINFLUSST DAS WACHSTUM VON PICKELN UND MITESSERN?

Was lässt Pickel entstehen?
Akne ist eine entzündliche Hauterkrankung und wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst.

Wenn du unter Akne leidest, hast du – je nach Schweregrad – ganz unterschiedliche Möglichkeiten, gegen sprießende Pickel und unschöne Mitesser vorzugehen: Von geeigneten Reinigungs- und Pflegeprodukten, über spezielle Cremes bis hin zu Medikamenten in Tablettenform für die schweren Fälle.

Doch kannst du zusätzlich zu einer möglichen Arzneimitteltherapie und gründlicher Hautpflege vielleicht noch mehr tun? Gibt es weitere Einflussfaktoren, die du selbst steuern kannst, um deine Akne besser unter Kontrolle zu bekommen?

Wenn du mehr über die Ursachen von Akne erfahren möchtest, lies unseren Artikel Wie entstehen Pickel.

Einflussfaktoren

Was kann deine Akne verstärken?

Auf der einen Seite ist Akne eine chronisch entzündliche Hauterkrankung und wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Auf der anderen Seite existieren dennoch einige Faktoren, die deine Akne möglicherweise verbessern können. Hier eine Übersicht:

Ernährung

Die richtige Ernährung bei Akne wird viel und häufig diskutiert. Nur: Es existieren bis heute keine Studien, die eindeutig belegen oder widerlegen, dass bestimmte Lebensmittel schädlich oder förderlich bei Akne sind.

Trotzdem wird ein enger Zusammenhang zwischen Akne und Ernährung vermutet. Viele Experten empfehlen, folgende Lebens- und Genussmittel möglichst zu reduzieren:

  • Kuhmilch und entsprechende Produkte wie Joghurt, Käse, etc.
  • Produkte mit hohem Zuckergehalt, z. B. Milchschokolade, Süßigkeiten, gezuckerte Softdrinks, wie Cola und Limonaden 

Lies Genaueres über den Zusammenhang von Akne und Ernährung.

Akne und Zucker
Lecker, aber leider nicht unbedingt gut für die Haut: Milchprodukte und zuviel Zucker können Akne-Symptome verstärken.

Rauchen

Rauchen gilt als Risikofaktor bei Akne. Zigaretten setzen viele entzündungsfördernde Substanzen frei, außerdem verengen sich durch das Rauchen die Blutgefäße und die Haut wird schlechter mit Sauerstoff versorgt. Das weist darauf hin, dass Rauchen sowohl den Beginn als auch den Verlauf einer Akne-Erkrankung fördert.

Eine durchgeführte Untersuchung unter 1000 Frauen ergab zudem, dass der Anteil der Akne-Betroffenen unter den Raucherinnen deutlich höher war (ca. 40 %) als unter den Nichtraucherinnen (ca. 10 %)* – ein deutlicher Hinweis auf den Zusammenhang von Rauchen und Akne.

Akne und Rauchen
Zigaretten schaden nicht nur der Lunge, sondern auch der Haut.

Medikamente

Bestimmte Medikamente sind dafür bekannt, Akne zu begünstigen. Dazu gehören Antidepressiva, Antiepileptika und Steroide. Darüber hinaus kann übermäßiger Gebrauch von Androgenen die Entstehung von Akne begünstigen. Bekannt ist in diesem Zusammenhang die typische Anabolika-Akne, eine unter Bodybuildern verbreitete Begleiterscheinung von Anabolika-Ge- und Missbrauch.

Bei einer längeren Einnahme von Medikamenten, wie zum Beispiel Antibiotika, kann auch die Darmflora in Mitleidenschaft gezogen werden – mit Auswirkungen auf die Haut.

Auch eine längere Anwendung von Cortison-Präparaten oder Antidepressiva kann eine Akne begünstigen.

Hinweis: Wenn du auf die längerfristige Einnahme von Arzneimitteln angewiesen bist und Veränderungen der Haut feststellst, bitte deinen behandelnden Arzt um Rat. Gegebenenfalls kann er dir ein anderes Arzneimittel verordnen.

Akne und Medikamente
Es gibt eine ganze Reihe von Medikamenten, von denen bekannt ist, dass sie unreine Haut verstärken können

Hautpflege

Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor für Akne ist Haut-Kosmetik bzw. Make-up. Viele Produkte, gerade solche mit hohem Öl- oder Fettanteil, sind eher ungeeignet und verstopfen die Talgdrüsen. Als Folge kann der produzierte Talg nicht ausreichend abfließen und es bilden sich Komedonen.

Bei Akne-Problemen lohnt es sich, auf ungeeignete Hautpflegeprodukte und Make-ups zu verzichten, die nicht auf ihre sogenannte Komedogenität hin geprüft wurden. Lies mehr über das Thema Geeignete Pflegeprodukte und Make-up bei Akne.

Tipp: Wenn du abends ohne Abschminken ins Bett gehst, darfst du dich über neue Pickel morgens nicht wundern. Doch du brauchst es auch nicht zu übertreiben – allzu häufiges Waschen beschädigt den Säureschutzmantel deiner Haut. Auch das kann Entzündungen begünstigen.

Zudem ist bekannt, dass öl- oder chlorhaltige Produkte, die in einigen Branchen und Berufen angewendet werden, zur Entstehung von Akne beitragen können.

Make-up bei Akne
Achte bei der Auswahl deines Make-ups darauf, dass es deine unreine Haut nicht verschlimmert

Stress

Einige Forscher machen bestimmte Hormone, die bei Stress ausgeschüttet werden, für eine Verschlimmerung von Akne verantwortlich. Andere verdächtigen entzündungsfördernde Stoffe, die im gestressten Körper entstehen. Darüber hinaus nimmt die Geschwindigkeit der Wundheilung unter Stress deutlich ab.

Vor allem langanhaltende seelische Anspannung tut der Haut nicht gut und kann die Akne "aufblühen" lassen. Und wenn dann auch noch genau diese Pickel wiederum für psychologischen Stress sorgen, ist der Teufelskreis perfekt.

Genaueres über den Zusammenhang von Akne und Stress liest du hier.

Pickel durch Stress
Wenn ständig der Schreibtisch brennt, kann auch eine Akne leichter aufflammen

Mechanische Reize

Auch durch ständigen Druck oder Reibung auf der Haut, kann Akne sich verschlimmern – beispielsweise durch zu enge oder berufsbedingte Kleidung (Kinnriemen, Helme, Stirnbänder, Gesichtsschutz, etc). Auch hierdurch wird der ausreichende Talgabfluss behindert so dass Pickel und Mitesser entstehen können.

Außerdem kann sich Schweiß ansammeln und es kann zu juckenden Hautirritationen kommen. Wer sich jetzt viel kratzt oder auf den Stellen herumdrückt, sollte darauf gefasst sein, dass dies nicht unbedingt zu einer Verbesserung beiträgt.

 Ein wichtiger Rat: nicht selbst drücken. Denn dadurch wird eine oft milde Akne deutlich verschlechtert. 

Dr. med Markus Reinholz

Sonnenstrahlen

Beim Thema Sonne gehen die Meinungen auseinander. Die meisten Fachleute sind sich einig, dass UV-Strahlung eine Akne verschlechtert, einige Betroffene haben jedoch manchmal den Eindruck, dass ihr Hautbild sich verbessert.
Zusätzlich machen viele Aknemedikamente die Haut lichtempfindlich. Auch durch Peelings und Dermabrasionen wird die Hautoberfläche empfindlicher. Und durch zu intensive Sonnenbestrahlung steigt das Risiko von Hautverfärbungen (postinflammatorische Hyperpigmentierungen).

Wir empfehlen daher, die Sonne nur in Maßen zu genießen. Und nicht vergessen: die Haut mit einem passenden Pflegeprodukt vor der Sonne schützen – z. B. Eucerin Sun Gel-Creme Oil Control LSF 30

Lies mehr zum Thema Sonne und Akne.

Sonne bei Akne
Wenn du unter Akne leidest: Vorsicht mit zu viel Sonne. UV-Strahlung kann Akne verstärken
Empfehlungen

Welche Tipps ergeben sich daraus?

Akne-Erkrankungen sind genauso individuell wie wir alle. Auf die Einflussfaktoren bezogen heißt das: Was dem einen sehr gut hilft, kann bei dem anderen möglicherweise nichts bewirken – aber auch umgekehrt!

Die beste Empfehlung, die wir dir an dieser Stelle geben können: Probiere es einfach aus! Deiner Gesundheit wird es auf jeden Fall guttun. Nicht vergessen: Du kannst nur gewinnen!

  • Als Raucher wird deine Gesundheit es dir danken, wenn du aufhörst oder zumindest deinen Zigarettenkonsum reduzierst.
  • Es kann einen Versuch wert sein, weniger Milchprodukte oder Zucker zu dir zu nehmen.
  • Hast du schon mal deine Kosmetikprodukte durchgesehen? Die mit hohem Fett- oder Öl-Anteil lässt du vielleicht erst einmal stehen.
  • Wenn du viel Stress hast, kann ein entspannender Ausgleich gut tun.
  • Wenn du bestimmte Medikamente einnehmen musst, frage deinen Arzt nach Rat – vielleicht gibt es Alternativen.

Nur durch kontinuierliches Ausprobieren über mehrere Wochen hinweg kannst du herausfinden, welche der verschiedenen Einflussfaktoren für dich im Speziellen relevant sind und dein Hautbild verbessern können.

Das Gute: Wenn du dich dazu entschließt, etwas ändern zu wollen, stehen wir dir mit Rat und Tat zur Seite.

* British Journal of Dermatology 2007 157, pp1040–1085

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