Nahaufnahme einer Frau, die sich eine weiße Creme auf ihr Gesicht aufträgt.

Ceramide – Feuchtigkeit und Schutz für die Haut

3 min Lesezeit
Mehr anzeigen

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ceramide stärken die Hautbarriere, speichern Feuchtigkeit und fördern die Regeneration der Haut.
  • Pflegeprodukte mit Ceramiden schützen vor äußeren Reizen und eignen sich für alle Hauttypen – insbesondere bei trockener, empfindlicher oder erkrankter Haut.
  • Die Kombination von Ceramiden mit Inhaltsstoffen wie Glycerin, Urea oder Hyaluronsäure verstärkt ihre feuchtigkeitsspendende und schützende Wirkung.

Was sind Ceramide?

Ceramide sind körpereigene Fette (Lipide), die wie winzige Bausteine die oberste Hautschicht, die sogenannte Hornschicht (Stratum corneum), zusammenhalten. Dort fungieren sie als eine Art „Kittsubstanz“ und stärken die Schutzbarriere der Haut. Außerdem fördern Ceramide die Feuchtigkeitsspeicherung und die Hautregeneration.

Zwar gibt es verschiedene Arten von Ceramiden mit jeweils leicht unterschiedlichem Aufbau – wie etwa Ceramid 1 (EOS), Ceramid 2 (NS) oder Ceramid 3 (NP) –, ihre Wirkung für die Haut ist jedoch sehr ähnlich. Wichtiger als die genaue Einordnung ist, dass der Körper Ceramide auch selbst herstellen kann – vorausgesetzt, die Haut wird mit den richtigen Bausteinen versorgt.

Eine zentrale Rolle dabei spielen sogenannte Ceramid-Vorstufen, wie Phytosphingosin und Sphingolipide. Sie fördern die Ceramid-Produktion in den oberen Hautschichten und sind daher ebenfalls wichtige Inhaltsstoffe in moderner Hautpflege.

Gründe für eine reduzierte Produktion von Ceramiden

Verschiedene Faktoren können dazu führen, dass die Konzentration von Ceramiden in der Haut sinkt, darunter:

  • Natürliche Hautalterung: Mit zunehmendem Alter sinkt die Ceramidproduktion auf natürliche Weise.
  • Hormonelle Veränderungen: Zum Beispiel während der Schwangerschaft oder in der Menopause.
  • Unausgewogene Ernährung: Besonders dann, wenn sie arm an essenziellen Fettsäuren ist.
  • UV-Strahlung: Übermäßige Sonneneinstrahlung kann die Haut schädigen und die Ceramidbildung stören.
  • Hauterkrankungen: Etwa bei Neurodermitis kann die Produktion von Ceramiden gestört sein.

Diese Wirkung haben Ceramide auf deine Haut

Cremes mit Ceramiden verbessern die Barrierefunktion und den Feuchtigkeitshaushalt der Haut. Die Lipide bieten der Haut also Schutz vor äußeren Einflüssen und helfen ihr dabei, Wasser zu speichern.

Diese 5 Effekte machen Ceramide zum Hautpflege-Booster:

  • Hautbarriere stärken – indem die oberste Hautschicht mit Lipiden aufgefüllt wird.
  • Feuchtigkeit speichern: Ceramide hindern die Feuchtigkeit in der Haut daran, zu verdunsten.
  • Falten mindern: Feine Linien und oberflächliche Falten werden durch den erhöhten Feuchtigkeitsgehalt in der Haut gemindert.
  • Hautberuhigend: Ceramide lindern Irritationen, da die Schutzbarriere gestärkt wird.
  • Haut geschmeidig halten: Durch die Verbesserung des Feuchtigkeitshaushaltes wird die Textur der Haut weicher.

„Ceramide sind essenzielle Lipide, die maßgeblich zur Stabilisierung der Hautbarriere und zur Regulierung des Feuchtigkeitshaushalts beitragen.“

- Laura Schurr, Medical Managerin & Apothekerin bei der Beiersdorf AG

Eine intakte Barriere schützt die Haut vor diesen Einflüssen

Nahaufnahme der unteren, sehr trockenen Gesichtspartie einer Person mit Ceramid-Mangel.
Ein Mangel an Ceramiden schwächt die Hautbarriere. Das zeigt sich zum Beispiel durch trockene, empfindliche und schuppende Haut.

Ist die Hautbarriere stark, können schädliche Mikroorganismen und Umweltreize deiner Haut weniger schaden. Zu solchen möglichen äußeren (exogenen) Reizen gehören:

  • Extreme Temperaturen: Kälte und Hitze begünstigen einen Feuchtigkeitsmangel der Haut.
  • Bakterien, Viren, Pilze: Ist die Hautbarriere geschwächt, können Krankheitserreger und Allergene einfacher eindringen.
  • UV-Strahlung: Sie fördert die Bildung freier Radikaler. Das sind Moleküle, die den Zellen schaden können. Ist die Hautbarriere intakt, enthält die Haut viele Antioxidantien, die solche freien Radikalen neutralisieren.
  • Verwendung aggressiver Reinigungsmittel: Wer scharfe Reinigungsmittel verwendet oder (z. B. beim Putzen) an die Haut gelangen lässt, kann damit seine Hautbarriere schwächen. Heißes Wasser kann diesen negativen Effekt noch verstärken.

Für welche Hauttypen eignen sich Cremes mit Ceramiden?

Ceramide eignen sich für jeden Hauttyp und verschiedenste Hautzustände. Da sie natürlicherweise in der Haut vorkommen, sollten im Normalfall keine Hautreaktionen durch Unverträglichkeiten auftreten.

Vorteile von Ceramiden bei verschiedenen Hauttypen und -zuständen:

  • Bei trockener Haut helfen Ceramide dabei, sie mit Feuchtigkeit zu versorgen und diese zu speichern.
  • Bei fettiger und unreiner Haut können Betroffene von den Eigenschaften der Ceramide profitieren. Sie machen die Haut weniger anfällig für Bakterien, die Unreinheiten begünstigen. So helfen Ceramide gegen Pickel, indem sie die Hautbarriere stärken. Ceramide bei Akne sind ebenfalls eine gute Möglichkeit, die Symptome zu mindern, indem der Wirkstoff die Hautbarriere gegenüber äußeren Einflüssen stärkt.
  • Bei empfindlicher Haut ist ebenfalls meist die Hautbarriere gestört. Ceramide helfen dabei, diese wieder aufzubauen. 
  • Bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis (atopische Dermatitis) und Schuppenflechte (Psoriasis) können Pflegeprodukten mit Ceramiden begleitend zu anderen Therapien eingesetzt werden, um der Haut Schutz und Feuchtigkeit zu spenden. Und auch bei einer weiteren Hauterkrankung kann die Anwendung des Wirkstoffes die Haut unterstützen: Cermaide bei Rosazea können durch die Stärkung der Hautbarriere zu einer Linderung der Symptome (u.a. Rötungen, Bläschen, Juckreiz, Schuppungen) beitragen. 

Übrigens: Ceramide kommen nicht nur in Cremes, sondern auch in Lotionen, Seren und anderen Pflegeprodukten vor. Sie werden beispielsweise in Haar- und Lippenpflegeprodukten verwendet. Auch hier sorgen sie für Feuchtigkeit und wirken Austrocknung entgegen. 

Wie werden Produkte mit Ceramiden angewendet?

Es empfiehlt sich, Pflegeprodukte mit Ceramiden zusammen mit weiteren hautidentischen Inhaltsstoffen zu verwenden, um die schützende und feuchtigkeitsspendende Wirkung zu verstärken. Einer dieser Stoffe ist Glycerin, der als NFM (Natural Moisturizing Factor) gilt. Auch Hyaluronsäure und Urea gehören zu diesen NFMs und werden häufig zusammen mit Ceramiden in Pflegeprodukten verwendet. 

Auch Produkte mit Vitamin A (Retinol, regt die hauteigene Zellaktivität an) sowie Vitamin E (antioxidativ) und Ceramide ergänzen sich optimal. 

Produkte von Eucerin mit Ceramiden

Wir bei Eucerin verwenden Ceramide, um Produkte zu schaffen, die gezielt die Hautbarriere stärken und den Feuchtigkeitshaushalt der Haut verbessern. So enthalten zum Beispiel alle Produkte der Pflegeserie UreaRepair PLUS einen hautverwandten Repair-PLUS-Komplex, der aus Urea, Ceramiden und weiteren natürlichen Feuchthaltefaktoren besteht.

Auch die AtopiControl Creme, die sich ideal als tägliche Basispflege bei gereizter und trockener Haut eignet, wirkt beruhigend und sorgt für Geschmeidigkeit – ideal bei Neurodermitis. 

Medizinisch geprüft von: Laura Schurr

Laura Schurr ist approbierte Apothekerin mit mehrjähriger Erfahrung in der öffentlichen Apotheke. Seit ihrem Wechsel ins Eucerin-Team unterstützt sie als Medical Managerin die medizinische Aufbereitung von Hautpflegethemen und Basistherapien mit dem Fokus auf Alltagstauglichkeit und fachliche Präzision. Durch ihre umfassende Erfahrung im Apothekenbetrieb kennt sie die Fragen und Bedürfnisse von Kund*innen rund um Hautpflege genau und setzt dieses Wissen ein, um komplexe Inhalte plausibel und praxisnah zu vermitteln.

Empfohlene Produkte

Ähnliche Artikel

Die Eucerin Apotheke in deiner Nähe