Frau in der Sonne nimmt Antibiotikum ein

Antibiotika und Sonne – Wirkung auf die Haut

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Das Wichtigste in Kürze: 

  • Antibiotika können die Haut lichtempfindlicher machen, wodurch UV-Strahlung phototoxische Reaktionen wie Rötungen, Brennen, Schwellungen und Langzeitfolgen wie Hautalterung und Pigmentstörungen verursachen kann.
  • UV-Strahlung kann bei Antibiotika-Einnahme zu Entzündungen führen, die langsamer heilen als Sonnenbrand. Symptome sind Juckreiz, Hautausschlag, Schwellungen und langfristig Pigmentstörungen. Im Falle einer phototoxischen Reaktion ist eine ärztliche Beratung wichtig.
  • Verwende Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor (mindestens LSF 50), wenn du Antibiotikum einnimmst. Schütze dich zusätzlich mit langer Kleidung, Kopfbedeckungen und einem Aufenthalt im Schatten, besonders zwischen 11 und 15 Uhr.

Warum du bei Antibiotika Sonne meiden solltest

Trifft Sonnenstrahlung auf die Haut, beginnen die pigmentbildenden Zellen (Melanozyten), Melanin zu produzieren. Dadurch bräunt sich die Haut. Bei sonnenempfindlichen Menschen kann schon eine kurze Verweildauer in der Sonne Rötungen hervorrufen – es entsteht ein Sonnenbrand. Bei diesem werden die Zellen der oberen Hautschicht (Epidermis) zerstört.

Bei Einnahme bestimmter Antibiotika und Arzneimittel wird die Haut empfindlicher gegenüber UV-Strahlen. Die Wirkstoffe in einigen häufig verschriebenen Antibiotika (wie Amoxicillin oder Doxycyclin, aber auch Arzneimittel mit Sulfonamiden, Cephalosporinen und Aminoglycosiden) hemmen bestimmte Moleküle und Botenstoffe im Körper. Diese schützen bei uneingeschränkter Funktion die Haut vor sonnenbedingten Schäden, welche durch die UVA- und UVB-Strahlen der Sonne verursacht werden. Gehst du also während einer Behandlung mit Antibiotika in die Sonne, ohne dich ausreichend zu schützen, ist deine Haut für die schädliche Strahlung besonders anfällig. Der Körper reagiert mit einer photoallergischen – schlimmstenfalls sogar mit einer phototoxischen Reaktion, welche langanhaltender und schmerzhafter sein kann als ein einfacher Sonnenbrand. Außerdem steigt das Risiko für langfristige Folgen wie vorzeitige sonnenbedingte Hautalterung und Hautkrebs. Darum solltest du bei Antibiotikum Sonne meiden, soweit es möglich ist.

Übrigens: Nicht nur Antibiotika und Sonne vertragen sich nicht gut. Medikamentös bedingte Lichtempfindlichkeit kann auch bei anderen Medikamenten wie der Anti-Baby-Pille, Präparaten mit bestimmten Pflanzenstoffen, Chemotherapeutika, Psychopharmaka, bei Herz-Kreislauf-Medikamenten vorkommen und sogar einige entzündungshemmende und antiinfektiöse Arzneimittel erhöhen die Sonnenempfindlichkeit der Haut. Aktuell werden 393 Arzneimittel als „photosensibilisierend“ eingestuft. Erkundige dich bei jedem Medikament, das dir verschrieben wird, bei deiner Apotheke über die Neben- und Wechselwirkungen und lies die Packungsbeilage sorgfältig durch.

Sonne und Antibiotika: Symptome einer phototoxischen Reaktion

Bei dem Zusammenspiel von Antibiotika und Sonne kommt es zur sogenannten phototoxischen Reaktion. Diese führt zu Entzündungen der Haut und heilt oft langsamer ab als andere akute Sonnenschäden. Zu den häufigen Symptomen einer phototoxischen Reaktion gehören

Durch Antibiotika und Sonne gerötetes Gesicht einer Frau
Wer mit Antibiotika in die Sonne geht, muss mit schweren Hautreaktionen rechnen.

Sofort:

  • Juckreiz und Brennen
  • Schwellungen und Ödeme, in schweren Fällen am gesamten Körper

Binnen 12-24 Stunden:

  • sonnenbrandähnliche Rötung (Erythem)
  • scharf abgegrenzter Hautausschlag (auch noch innerhalb der ersten Tage nach der Sonnenexposition möglich)

Langfristig:

Wenn du Symptome einer phototoxischen Reaktion bemerkst, solltest du

  1. sofort Schutz in Innenräumen suchen
  2. die Haut kühlen, z. B. mit Kühlpads oder feuchtigkeitsspendenden Lotionen, die du auf die betroffenen Hautpartien aufträgst
  3. viel Wasser trinken, um die Haut auch von innen mit Feuchtigkeit zu versorgen und den Kreislauf stabil zu halten
  4. dich von deinem behandelnden Arzt oder deine Ärztin oder einer dermatologischen Praxis beraten und ggf. untersuchen lassen.

Ein linderndes Pflegeprodukt, welches der Haut bei Schäden durch die Wechselwirkungen von Antibiotika und Sonne guttut, ist zum Beispiel die Eucerin After Sun Sensitive Relief Gel-Creme für Gesicht und Körper.

Unterschied zwischen Sonnenbrand und der Hautreaktion bei Antibiotika und Sonne

Die Haut besitzt einen natürlichen Schutz vor äußeren Einflüssen wie Sonne, Hitze oder Kälte. Je nach Hauttyp ist die Zeit, die man ungeschützt in der Sonne verbringen kann, unterschiedlich lang. Grundsätzlich solltest du vor dem Aufenthalt in der Sonne immer eine Sonnencreme auftragen, um die Haut zu schützen.

Sonnenbrand auf der Schulter
Bei Sonnenbrand ist die Haut gerötet und schmerzt. Eine phototoxische Reaktion durch Antibiotika und Sonne kann weitaus schlimmere Folgen für die Haut haben.

Bei einem Sonnenbrand rötet sich die Haut. Abhängig davon, wie lange du dich ungeschützt in Sonne aufhältst, kann sich ein schwacher oder stärkerer Sonnenbrand bilden. Normalerweise kann man sich mit einer für die eigene Haut passenden Sonnenpflege und weiteren Maßnahmen gut schützen. Bei einer Hautreaktion durch Antibiotika und Sonne verlieren die Zellen der Haut die Fähigkeit, den natürlichen Schutz aufrechtzuerhalten, was sofortige Verbrennungen zur Folge hat. Zudem wird bei Antibiotika-Einnahme das Immunsystem geschwächt, was den Zellschutz noch einmal herabsetzt. Freie Radikale, die mit den UV-Strahlen auf die Haut treffen, haben es leichter, in die Haut einzudringen und hier die Zellen zu schädigen. Auch tieferliegendes Gewebe kann durch die Wirkung von Sonne und Antibiotika Schaden nehmen. Das macht es deutlich gefährlicher, während der Einnahme von Antibiotika in die Sonne zu gehen. Selbst mit ausreichendem Sonnenschutz solltest du sehr vorsichtig sein und dich nicht oder nur für kurze Zeit direkter Sonne aussetzen.

Sonnenschutzprodukte für den Körper bei Einnahme von Antibiotika

Für schwer zugänglichen Hautpartien und bei empfindlicher Haut kannst du das Sensitive Protect Body Sun Spray Transparent Dry Touch LSF 50  verwenden.

Wichtig: Da eine Vielzahl an Arzneimitteln wie Antibiotika die Fähigkeit der Zellen herabsetzt, freie Radikale zu binden, wird seit längerem ein Zusammenhang der Einnahme der betreffenden Wirkstoffe und der Entwicklung von Hautkrebs diskutiert. Deshalb ist während einer Antibiotika-Behandlung kein Sonnenschutz zu hoch. Wenn du sichergehen willst, dass deine Haut bestmöglich geschützt ist, verwende das Sun Actinic Control MD von Eucerin. Mit LSF 100 bietet es einen besonders hohen Schutz gegen UVA- und UVB-Strahlung.

Wann darf man mit Antibiotika in die Sonne?

Gerade im Sommer kann die Kombination von Antibiotika und Sonne gefährlich werden. Da sich die Einnahme von photosensibilisierenden Arzneimitteln im Sommer aber manchmal nicht vermeiden lässt, geben wir dir hier einige Hinweise, wie du das Risiko einer Hautreaktion verringern und in den warmen Sommermonaten Zeit draußen verbringen kannst. Denn obwohl man bei Antibiotika Sonne meiden sollte, so kannst du doch mit diesen vorbeugenden Maßnahmen Schäden durch UV-Strahlung verhindern: 

  • Creme dich vor dem Aufenthalt in der Sonne sorgfältig und flächendeckend mit einem Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor ein. Vergiss nicht, den Sonnenschutz bei Bedarf (z. B. nach dem Schwimmen oder wenn du geschwitzt hast) zu erneuern. 
  • Schütze dein Gesicht und deinen Kopf zusätzlich mit einer Kopfbedeckung, z. B. mit einem breitkrempigen Hut oder einer Schirmmütze.
  • Trage lange, luftdurchlässige Kleidung.
  • Halte dich wann immer möglich im Schatten oder Halbschatten auf und vermeide es, dich über längere Zeit direkter Sonne auszusetzen. 
  • Halte dich in der Mittagszeit (zwischen 11 und 15 Uhr) im Schatten oder drinnen auf.
  • Zusätzlich kannst du mit modernen Wetter Apps den tagesaktuellen UV-Index kontrollieren und dich entsprechend schützen.

Eine gute Nachricht zum Schluss: Bei Antibiotika und Sonne besteht nur so lange eine Wechselwirkung, wie du die Medikamente einnimmst. Antibiotika haben keine wochenlange Nachwirkung, sodass du schon wenige Tage nach dem Absetzen wieder die Sonne genießen kannst. Vergiss bitte dennoch nicht, dich immer ausreichend vor der Sonne zu schützen! Die Sonnenschutzprodukte von Eucerin bieten für jeden Hauttyp  und jedes Hautbedürfnis die passende Pflege.

Medizinisch geprüft von: Nora Papke

Nora Papke ist seit Juni 2023 Teil des Medical Managements bei Eucerin. Zunächst betreute sie bis Ende 2024 den Bereich der medizinischen Hautpflege bei chronischen Hautzuständen wie Neurodermitis oder sehr trockener Haut, bevor sie Anfang 2025 die Verantwortung für den Bereich Anti-Age übernahm – inklusive der Zusammenarbeit mit medizinischen Multiplikator*innen und Medfluencern im Rahmen ihrer Rolle als Medical Science DACH & Channel Execution. Ihre fundierte Erfahrung bringt sie aus verschiedenen Stationen im Medizinproduktebereich mit, wo sie ihr Verständnis für evidenzbasierte Pflege und anwendernahe Kommunikation stetig vertiefen konnte.

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